Gewässerschutzplan

Entwurf | Teilplan Gewässerschutzplan | Charakterisierung, Typisierung | Sensible Gewässerabschnitte | Gewässerkarte

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(Foto: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz)

Entwurf Gewässerschutzplan (in Genehmigungsfase)

Wasser ist ein grundlegendes Element und bildet die Basis für alle Formen des Lebens. Unser Lebensstandard, die wirtschaftliche Entwicklung und neue Formen der Freizeitgestaltung haben mit der Zeit die Nutzung der Wasserressourcen tiefgreifend verändert. Der Wasserbedarf insgesamt wächst weiter. Für die Zukunft, insbesondere unter Berücksichtigung des Klimawandels, wird Wasser noch mehr an strategischer Bedeutung gewinnen.
Die Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG regelt die Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Der Gesamtplan für die Nutzung der öffentlichen Gewässer (Wassernutzungsplan) wurde per Dekret des Präsidenten der Republik am 22. Juni 2017 genehmigt und legt die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der Gewässer und die Bedingungen für ihre Nutzung fest. Der Gewässerschutzplan ist ein Teilplan des Wassernutzungsplanes und hat den Schutz der Gewässer zum Ziel.
Hauptziel des Gewässerschutzes ist es, einen "guten oder sehr guten ökologischen Zustand" bzw. ein "gutes ökologisches Potential" sowie einen "guten chemischen Zustand" aller Oberflächengewässer zu gewährleisten. Das Umweltziel für die Grundwasserkörper ist die Erreichung und die Erhaltung eines "guten mengenmäßigen und chemischen Zustandes". Die Maßnahmen zum Erhalt oder der Verbesserung des Qualitätszustandes der Gewässer sind zentrales Element.

Mit Beschluss Nr. 1174 vom 30.12.2019 hat die Landesregierung den Entwurf zum Gewässerschutzplan genehmigt. Es wird nun das Genehmigungsverfahren laut LG 13/1997 (Raumordnung) und Landesgesetz 17/2017 (Umweltprüfung für Pläne, Programme und Projekte) eingeleitet, bei dem die Bürger, Gemeinden und die Interessensvertreter Stellungnahmen abgeben können. Daraufhin erfolgt die endgültige Genehmigung des Gewässerschutzplanes durch die Landesregierung mit welchem der derzeit gültige Teilplan ersetzt wird (siehe unten).

Mehr dazu in der Pressemitteilung

Der Planentwurf enthält Bestimmungen zum Schutz und zur Verbesserung der Gewässer, um die gute Qualität weiterhin zu erhalten und das Erreichen der Umweltziele zu sichern. Der Plan setzt sich aus sieben Bänden und drei Anlagen zusammen. Unter folgenden link können sie das gesamte Dokument (250 MB) herunterladen oder laden sie die unten angeführten Dokumente herunter.






Plan und Bestimmungen welche derzeit in Kraft sind

Der Teilplan und die folgenden Bestimmungen bleiben bis zur definitven Genehmigung des oben genannten Gewässerschutzplanes in Kraft.

Teilplan zum Gewässerschutzplan (2004)

Mit Beschluss Nr. 3243 vom 6 September 2004, hat die Landesregierung den Teilplan zum Gewässerschutzplan genehmigt. Schwerpunkt dieses Planes ist die Abgrenzung des Einzugsgebietes der Etsch als Wassereinzugsgebiet eines empfindlichen Gebietes und die Anpassungsmaßnahmen an den Kläranlagen.

Der Europäische Gerichtshof hat im Urteil vom 25.04.2002, C-369/00 und in den Akten über das Verfahren wegen Vertragsverletzung die Kriterien für die Ausweisung empfindlicher Gebiete und deren Wassereinzugsgebiete neu interpretiert und klar definiert, dass das gesamte Einzugsgebiet eines Gewässers, welches in ein empfindliches Gebiet mündet, als empfindliches Gebiet zu gelten hat. Folge dessen muss das gesamte Einzugsgebiet der Etsch als empfindliches Gebiet eingestuft werden, da die Etsch in die Adria mündet, die als empfindliches Gebiet ausgewiesen ist. Da der Gewässerschutzplan gemäß Art. 27 des Landesgesetzes vom 18. Juni 2002, Nr. 8 noch in Ausarbeitung steht, wird mit diesem Teilplan die entsprechende Einstufung vorgenommen und die Anpassungsmaßnahmen, die Kosten und die Fristen für die Anpassung der Kläranlagen kommunaler Abwässer vorgesehen, die bislang noch nicht die Werte bezüglich Abbau von Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor in sensiblen Gebieten einhalten können. Nur die Kläranlage Brixen konnte die Grenzwerte beider Parameter nicht einhalten (Anpassung innerhalb 2004 beendet). Bei den Anlagen Unteres Eisacktal, Glurns, Eggental und Pontives sind - soweit möglich - Anpassungsmaßnahmen vorgesehen, um auch die Einhaltung des Parameters Gesamtstickstoff zu ermöglichen.

Teilplan empfindlicher Gebiete

Charakterisierung, Typisierung und Ausweisung der Oberflächenwasserkörper

Mit Beschluss Nr. 1543 vom 8 Juni 2009, hat die Landesregierung Charakterisierung beziehungsweise Typisierung und Ausweisung der Oberflächenwasserkörper und Bestimmung der Referenzstellen in der Autonomen Provinz Bozen genehmigt.

Typisierung und Ausweisung der Oberflächenwasserkörper

Besonders sensible Gewässerabschnitte

Mit Beschluss Nr. 834 vom 14.07.2015, hat die Landesregierung die besonders sensible Gewässerabschnitte gemäß Art. 34 des Landesgesetzes Nr. 2/2015 festgelegt.

Sensible Gewässerabschnitte

Die Gewässerkarte Südtirols

Mit Staatsgesetz Nr. 36/94 sind alle Gewässer (Fließgewässer, Seen, Quellen, Grundwasser, Gletscher) innerhalb des italienischen Staatsgebietes für öffentlich erklärt worden. Die entsprechenden Geodaten können vom GeoKatalog mittels Download bezogen werden.
Die Kodifizierung erfolgt gemäß folgenden Kriterien:
Fließgewässer
Südtirol ist in insgesamt 14 Einzugsgebiete eingeteilt, die mit einem Großbuchstaben gekennzeichnet sind (A: Etsch, B: Eisack... bis N: Piave). Innerhalb dieser Einzugsgebiete erfolgt die Klassifizierung nach der Gewässerordnung: Die Zuflüsse werden stromaufwärts in Fünferschritten durchnummeriert. So erhält der Durnholzerbach als Zufluss der Talfer (F) die Nummer F.170, sein erster Zufluss die Nummer F.170.5, dessen erster Zufluss die Nummer F.170.5.5 usw.
Seen
Die Seen sind unabhängig vom Einzugsgebiet durchnummeriert und mit S bezeichnet, der Kalterersee z.B. erhält die Nummer S143.
Quellen
Auch die Quellen sind unabhängig vom Einzugsgebiet durchnummeriert und mit Q bezeichnet.

 

Rechtsgrundlagen: Nehmen Sie Einsicht in die Gesetzgebung

Kontakt: Amt für Gewässerschutz