Fischwanderung

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Internationaler Tag der Fischwanderung
Quelle: Video von Luis Gamper - Fischereiverein Meran (www.fischereiverein-meran.it)

Fast alle Fische in Südtirols Fließgewässern sind auch Wanderfische. Sie benötigen intakte, durchgängige Gewässer als Lebensräume. Wie die positiven Entwicklungen der Fischbestände zeigen, hat sich der Lebensraum in Südtirols Fließgewässern in den letzten Jahren verbessert. Wesentlicher Faktor dafür ist eine ungehinderte Fischwanderung, die für viele Arten überlebenswichtig ist. Um diese zu gewährleisten, setzt das Land Südtirol zusammen mit den Gemeinden und den Betreibern von E-Werken verschiedene Maßnahmen zur Durchgängigkeit der Fließgewässer. Landesagentur für Umwelt, Agentur für Bevölkerungsschutz und Landesamt für Jagd und Fischerei arbeiten zusammen, um intakte und gesunde Fließgewässer zu erhalten, die es Fischen erlauben, sich flussaufwärts zu bewegen.

Online Quiz "Fische wandern"

Warum schwimmen Fische in den Flüssen flussaufwärts und was sind die Gefahren und Probleme, auf die sie während ihrer Wanderung stoßen?

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Tipps zum Quiz

Manche Fragen könnten kniffelig sein und viele Antworten müssen erst recherchiert werden. Um es Ihnen etwas leichter zu machen, finden Sie unter den Fragen manchmal Links. Möchten Sie das Thema vertiefen? Mehr dazu in der Box "Südtirols Fische sind Wanderfische".

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Südtirols Fische sind Wanderfische

Fische haben während ihrer Entwicklung unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum und versuchen diesen durch Wanderungen gerecht zu werden.

  • Kompensatorische Wanderung: durch Verdriftung hervorgerufener Terrainverlust z.B. bei Hochwasserereignissen
  • Laichwanderung: Nahrungs- und Laichlebensräume liegen oft in unterschiedlichen Gewässerabschnitte
  • Nachlaichwanderung: meist flussabwärts gerichtete Rückwanderung zu den Nahrungslebensräumen
  • Populationsaustausch: Ausgleich unterschiedlicher Besiedelungsdichten
  • Nahrungswanderung: Erschließung neuer Nahrungsgründe

abiotische Faktoren:

  • Wassertemperatur: ab einer gewissen Wassertemperatur beginnen die Fische zu ihren Laichplätzen zu wandern.
  • Abflussveränderungen beeinflussen die Wanderung wesentlich, hängt jedoch stark von der Art ab.
  • geringer Sauerstoffgehalt, schlechte Wasserqualität oder erhöhter Räuberdruck  können eine Abwanderung auslösen.
  • Licht und Trübung: Wanderungen treten meist nachts auf. Trübheitsbeeinflussung ist stark artabhängig.

biotische Faktoren:

  • Fortpflanzungsbereitschaft
  • Nahrungsbedürfnis
  • Genetische Determination

Vor allem in der Fortpflanzungszeit legen Fließgewässerfische beachtliche Wanderrouten zurück, um ihre Laichgründe zu erreichen. Die Fischwanderung gleicht dabei einem Hindernislauf: Neben natürlichen Abstürzen gibt es zahlreiche Bauwerke wie Wehre, Sperren und Dämme. Diese sind für die Hochwassersicherheit von Kulturland und Siedlungen notwendig, unterbrechen aber oft die lebensnotwendigen Laichwanderungen der Fische.  Hinzu kommen Stauseen oder Fassungsbauwerke, die für die Stromproduktion oder auch Wassernutzung in die Gewässer gebaut werden. Viele Wanderfische sind deshalb in ihrem Bestand gefährdet.

Nur die besten Schwimmer, das sind in Südtirol die Forellen, können Hindernisse bis zu maximal einem Meter Höhe überwinden. Für Jungfische oder Arten, die weniger gut schwimmen – beispielsweise die Mühlkoppe -kann ein viel kleinerer Gewässersprung schon zu einem Problem werden.
Seit rund zwei Jahrzehnten werden in Südtirol diese Fakten bei Wildbachverbauungsarbeiten mitberücksichtigt und auch bereits bestehende Bauwerke fischpassierbar umgestaltet.

 

Revitalisierungsarbeiten an der Talfer vorher/nachher: Durch die Umgestaltung der Konsolidierungssperren bleibt die Sicherheit erhalten, die Fischpassierbarkeit ist nun aber gewährleistet.

Talfer vorher (Foto Agentur für Bevölkerungsschutz)
Talfer vorher (Foto Agentur für Bevölkerungsschutz)
Talfer nachher (Foto Agentur für Bevölkerungsschutz)
Talfer nachher (Foto Agentur für Bevölkerungsschutz)

Schutzmaßnahmen

Mit dem Wassernutzungsplan wird die Nutzung und der Schutz der heimischen Gewässer genau regelt. Der am 19. August 2017 in Kraft getretene Plan legt unter anderem Kriterien für die verschiedenen Nutzungsarten, Bestimmungen für die Verbauung der Wasserläufe, für das Monitoring der Wasserqualität, sowie Richtlinien für die Fischzucht und für hydrogeologische Risikozonen fest. Gemäß Wassernutzungsplan müssen die Gewässerabschnitte definiert werden in denen prioritär Maßnahmen für die Fischdurchgängigkeit getroffen werden müssen. E-Werke, die ein Wanderhindernis darstellen, müssen geeignete Fischtreppen einbauen, damit sie von den Fischen überwunden werden können.

Auch mit den Umweltgeldern, die in Südtirol Kraftwerksbetreiber von Großwasserableitungen sowie von kleinen und mittleren Konzessionen für Umweltmaßnahmen zu Gunsten der Ufergemeinden leisten müssen, wird in die Aufwertung der Wasserlebensräume investiert. Ein Teil von ihnen fließt in die Realisierung von Querbauwerken an Flussläufen und E-Werken, die die Fischpassierbarkeit garantieren.

Der Gewässerlebensraum wird dadurch deutlich aufgewertet, wie die positiven Entwicklungen der Fischbestände zeigen.

Eine Fischtreppe oder ein Fischpass ist eine bauliche Einrichtung an Fließgewässern, die dem vorhandenen Fischbestand und anderen aquatischen Lebewesen die Überwindung eines Hindernisses, wie z.B. die Wasserfassung eines Kraftwerkes, ermöglicht. In erster Linie ermöglichen sie die flussaufwärts gerichtete Wanderung.
Für die Aufrechterhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit und das Erreichen des von der geltenden Gesetzgebung geforderten „guten ökologischen Zustandes“ sind solche Wanderhilfen von entscheidender Bedeutung.

Rintracciabilità del passaggio (Foto: Agenzia provinciale per l'ambiente)
Auffindbarkeit (Foto: Landesagentur für Umwelt)
- Die Hauptströmung (1) soll die Fische zur FWH leiten.Der Einstieg der FWH soll möglichst nahe des Hindernisses positioniert sein.
- Der optimale Mündungswinkel des Eingangs zur FWH ist nur um wenige Grad zur Hauptstromrichtung versetzt.
- Eine angemessene Lockströmung (2) ist erforderlich, um die Fische in den Aufstieg zu locken.
Transitabilitá del passaggio (Foto: Agenzia provinciale per l'ambiente)
Passierbarkeit (Foto: Landesagentur für Umwelt)
- Eine geringe Absturzhöhe, sowie eine niedrige Fließgeschwindigkeit in den Becken der Wanderhilfe soll auch juvenilen Fischen den Aufstieg ermöglichen.
- Bei der Beckendimensionierung (mini-male Wassertiefe, Länge und Breite) sind die vorherrschenden Fischarten aus-schlaggebend und ist nach ihnen anzupassen.
- Eine hohe Sohlenrauhigkeit erlaubt auch leistungsschwachen, bodenorientierten Arten den Aufstieg.

Naturnahe Bauweisen

Technische Bauweisen

Fische Wandern - Online Quiz & Exkursion für Schulen

Eine Initiative des Projektpakets "Umwelt.Schule"
Zielgruppe: 3. Klasse Mittelschule, 1. & 2. Klasse Oberschule und Berufsschule.

Beschreibung der Initiative für die Schulen "Fisce wandern"

Die Initiative fand vom Oktober 2019 bis Januar 2020 statt. Zu gewinnen gab es einen Erlebnistag an der Talfer in Bozen, bei dem Schülerinnen und Schüler den Lebensraum Bach und seine Bewohner gemeinsam mit Experten erkundigen werden.

Die Siegerklassen der Initiative

Unter den 43 teilnehmenden Klassen mit den richtigen Antworten wurden 3 Klassen ausgelost. Die drei Siegerklassen werden am 24. Oktober 2020, dem Internationalem Tag der Fischwanderung, an einem Erlebnistag an der Talfer in Bozen teilnehmen:

  • die Klasse 2E des Sozialwissenschaftliches Gymnasiums "J. Gasser" Brixen,
  • die Klasse 1B des Realgymnasiums "Albert Einstein", Meran
  • die Klasse 2B der Fachoberschule für Wirtschaft, Grafik und Kommunikation "Durst" Brixen

Bildergalerie

Video

0:00Freie Fischwanderung in Südtirols Gewässern. GNews Production (17.04.2018)
Video Gallery

Kontakte:

Amt für Gewässerschutz

Amt für Jagd und Fischerei

Agentur für Bevölkerungsschutz