Südtiroler Seen

Beschreibung der einzelnen Seen, Angaben über ihren Zustand und die durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen.

Kalterer See

Seichter Badesee, mesotroph, großteils von Weinbergen umgeben. Begünstigt durch einen hohen Wasseraustausch.

Kalterer See (Foto: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz)

Der Kalterer See liegt auf einer Meereshöhe von 216 m und erstreckt sich über eine Fläche von 131 ha, seine maximale Tiefe beträgt 5,6 m. Es handelt sich um ein seichtes Badegewässer mit landwirtschaftlich genutztem Umland. Begünstigt wird sein Zustand durch einen hohen Wasseraustausch: der Zufluss weist eine relativ hohe Wasserführung auf, außerdem wird der See durch zahlreiche Quellen gespeist.

Trotzdem ist das Gewässer mesotroph (mittlerer Nährstoffgehalt). Durch den hohen Nährstoffgehalt des Zuflusses wird das Wachstum der höheren Wasserpflanzen im Nordteil gefördert. Die vielfältige Nutzung des Gewässers durch Tourismus, Fischerei, Landwirtschaft u.a. stellt eine erhebliche Belastung des Gewässers dar. Die Einführung von allochthonen Arten, wie z.B. den Graskarpfen, haben die Artenzusammensetzung der Wasserpflanzen verändert.

Infos zum Kalterer See
GemeindeKaltern
Meereshöhe (m ü.N.N.) 216
Oberfläche (ha) 131
Maximale Tiefe (m) 5,6
Mittlere Tiefe (m) ca. 3,5
Volumen (Mio. m³) 6
Einzugsgebiet (km2) 47,3
Uferlinie (km) 5,3

Ökologischer Zustand des Kalterer Sees
SeeMacrotypPhytoplankton ICFMakrophyten MacroIMMIDiatomeen EPI-LGesamt Mph/DiaChemie LTLecoMakrozoobenthos BQIESFische LFIGesamt
Kalterer See L4 0.79 0.63 0.90 0.76 gut unbefriedigend* 0.68 gut

* Der Makrozoobenthosindex BQIES gilt laut Methodik nur für Seen mit einer Tiefe über 15 m, also nicht für den Kalterer See. Der Index wurde jedoch angewandt, da ihn der Beschluss der Europäischen Kommission 2018/229 vorsieht. Er wurde aber nicht in die Bewertung des Gesamturteils miteinbezogen, wenn das Ergebnis auch eine sehr schlechte Qualität aufweist.

Der ökologische Zustand des Kalterer Sees ist laut europäischer Wasserrahmenrichtlinie gut. Der Makrozoobenthosindex wurde dabei nicht berücksichtigt (siehe Fußnote). Im vorhergehenden Zyklus war der ökologische Zustand allerdings nur mäßig. Aus diesem Grund wurde das Gewässer zur operativen Überwachung eingestuft. Das bedeutet, dass der See sechsmal jährlich bezüglich seiner Chemie und alle drei Jahre bezüglich der biologischen Elemente untersucht wird.

Schutzmaßnahmen

Schaffung einer Ringkanalisation Ende der 70er Jahre, durch die die Abwässer vom See ferngehalten werden. Von 1978 bis 1984 wurden einzelne seichte Bereiche im Norden und im Süden des Sees mit Hilfe eines Spezialbootes entschlammt. Seit 1982 wird jedes Jahr im Winter ein Teil der Schilfzone im Süden gemäht. Bei Bedarf erfolgt der Schnitt und der Abtransport von wuchernden höheren Wasserpflanzen, dafür wurde im Jahr 2016 ein neues Mähboot eigens für diesen See angekauft. Dieses sollte auch bei erhöhtem Wachstum von Nixkraut, wie es in manchen Jahren vorkommt, diese Wasserpflanzen effizient entfernen.

vs

Kontakt: Biologisches Labor