Südtiroler Seen

Beschreibung der einzelnen Seen, Angaben über ihren Zustand und die durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen.

Völser Weiher

Kleiner seichter Weiher am Fuße des Schlerns, der von Nadelwald umgeben ist.

Völser Weiher (Foto: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz)

Der Völser Weiher befindet sich auf einer Meereshöhe von 1056 m und erstreckt sich über eine Fläche von 1,662 ha, seine maximale Tiefe beträgt 4 m. Das Badegewässer liegt am Fuße des Schlern in einer durch glaziale Erosion entstandenen Mulde. Zur Erhaltung des Weihers hat die Errichtung eines künstlichen Damms wesentlich beigetragen. Aufgrund der geringen Tiefe bildet sich im Sommer keine stabile Temperaturschichtung aus. Es handelt sich somit, wie schon der Name sagt, um einen Weiher und nicht um einen See. Der Weiher wird durch einen komplexen künstlichen Zufluss und unterirdische Quellen gespeist. Im Sommer erwärmt sich das Wasser bis auf 20 - 23 °C. Gegen Süden nimmt die Tiefe ab und an den Weiher schließt sich eine Verlandungszone mit Schilf an. Der Auslauf des Weihers befindet sich am nördlich angelegten Damm.

In den Sommermonaten kommt es immer häufiger zu Algenblüten und der Weiher weist eine starke Tendenz zur Eutrophierung auf. Problematisch in diesem Zusammenhang sind auch die dort unerlaubterweise ausgesetzten Graskarpfen, die den Wasserpflanzenbestand extrem reduziert haben. Die freien Nährstoffe stehen somit den Algen uneingeschränkt zu Verfügung. Es ist daher unbedingt notwendig, den vermeidbaren Nährstoffeintrag möglichst niedrig zu halten. Die vielfältige Nutzung des Gewässers durch Tourismus, Fischerei, Landwirtschaft u.a. stellt eine erhebliche Belastung des Gewässers dar.

Infos zum Völser Weiher
GemeindeVöls am Schlern
Meereshöhe (m ü.N.N.) 1056
Oberfläche (ha) 1,6
Maximale Tiefe (m) 4
Volumen (m³) 20000 (geschätzt)
Einzugsgebiet (km²) 0,136

Schutzmaßnahmen

1978: Erhöhung des Wasseraustauschs durch Schaffung eines künstlichen Zuflusses
1981: Sedimententnahme zur Bremsung des Verlandungsprozesses
1984: Vergrößerung der freien Wasserfläche durch Reduzierung der Schilfzone
1987: Sedimententnahme im neuen Seebereich
1998 – 2007: Mahd von Wasserpflanzen
2014: Frischwasserzuleitung
2016: Verbot der Fischerei
2015-2017: Entnahme von Graskarpfen
2019: Abfischung der Graskarpfen mit Hilfe eines Zugnetzes
2020: Phosphorfixierung
2020: erste Bepflanzung mit Characeen (Armleuchteralgen)
2021: zweite Bepflanzung mit Characeen (Armleuchteralgen)

Hygienische Situation
Einzelne Überschreitungen der bakteriologischen Grenzwerte in den früheren Jahren.

vs

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Kontakt: Biologisches Labor