Südtiroler Flüsse und Bäche

Hier finden Sie Informationen zur Lage, Geologie und Biologischen Gewässerqualität der wichtigsten Fließgewässer Südtirols.

Großer Kalterer Graben

Großer Kalterer Graben

Der Große Kalterer Graben ist ein Abzugsgraben unterhalb des Kalterer Sees, der 1774 geschnitten wurde. Er dient der Entwässerung des Talbodens und der dort liegenden Obstplantagen. Der Große Kalterer Graben verläuft vom Kalterer See aus nach Süden und mündet nach etwa 26 km bei San Michele (TN) in die Etsch. Die Ufer werden regelmäßig vom Bonifizierungskonsortium gemäht und auch die Grabensohle wird gesäubert, um einen Rückstau des Wassers zu verhindern. Im Umland des Grabens befinden sich Monokulturen von Apfel- und Weinplantagen. Den Abwasserreinigungsanlagen von Tramin und Margreid dient der Große Kalterer Graben als Vorfluter. Entlang des Grabens wird Wasser zur Beregnung entnommen.

Biologische Gewässergüte (2010-2022)

Das biologische Gesamturteil des 2022 untersuchten Probenpunktes bei der Provinzgrenze ist eine dritte Güteklasse.
Anfang der 90er Jahre wurden noch die Rohabwässer in den Graben geleitet. Das Gewässer war außerordentlich stark verunreinigt und erreichte nur die fünfte und somit schlechteste Klasse der biologischen Gewässergüte. 1996 ging die Kläranlage in Tramin in Betrieb und langsam verbesserte sich auch die Gewässergüte. Bei den Beprobungen zwischen 1997 und 2001 wies der Große Kalterer Graben über die gesamte Länge eine dritte Güteklasse auf. 2002 war eine Verbesserung bemerkbar und es konnte erstmals eine zweite Güteklasse festgestellt werden, die auch bis 2005 bestehen blieb. Bei den Untersuchungen wurden immer relativ viele systematische Einheiten gefunden und es schien, als habe sich das Gewässer stabilisiert.
2006 verschlechterte sich die Gewässergüte jedoch dramatisch. Im Ober- und Mittellauf wurde nur mehr eine dritte Klasse erreicht, im Unterlauf verschlechterte sich die Güte um eineinhalb(!) Klassen auf eine dritte/vierte Klasse. Im Jahr 2022 erreicht der ökologische Gesamtzustand des Abschnitts beim Seeausfluss nur eine vierte Güteklasse. Bis heute konnte sich die Gewässergüte nicht mehr verbessern. An der Anzahl der gefundenen Tierarten lässt sich der Verlauf noch besser ablesen. Wurden 2003 und 2004 im Schnitt noch 22 verschiedene systematische Einheiten gefunden, waren es 2006 nur mehr 12 und 2008 gar nur mehr 7. In den letzten Jahren kam es auch einige Male zu Fischsterben.

Über die Gründe des schlechten Zustandes kann nur gemutmaßt werden, wahrscheinlich ist es wohl ein Zusammenspiel vieler Faktoren:
• Niederschlagsarme Jahre und vor allem die vielen Ableitungen für Beregnungszwecke bewirken, dass der Graben im Sommer oft nur sehr wenig Wasser führt. Dies führt dazu, dass verschmutztes Wasser kaum verdünnt wird.
• Das radikale Abmähen der Wasserpflanzen und der Uferböschung zerstört den Lebensraum vieler Lebewesen und vermindert die Selbstreinigungskraft des Gewässers stark.
• Durch die intensive Landwirtschaft (entlang des gesamten Grabens stehen Monokulturen) kommt es zu einem andauernden diffusen Eintrag von Nährstoffen und Pestiziden. Die Fischsterben lassen auch vermuten, dass es manchmal zu (verbotenen!) punktuellen Einträgen von toxischen Stoffen kommt.

                        

Biologische Gewässergüte (2022)
QualitätselementMakrozoobenthosKieselalgenFischeBiologisches Gesamturteil
MethodeSTAR_ICMiICMiNISECI

Qualitätszustand: I = sehr gut; II = gut; III = mäßig; IV = unbefriedigend; V = schlecht; = Fische nicht berücksichtigt;


Biologisches Gesamturteil: ausschlaggebend ist das schlechteste Ergebnis der drei Qualitätselemente;

11185 - bei Seeausfluss IV I II IV
11190 - bei Provinzgrenze III II III III

vs

Kontakt: Biologisches Labor