Klimaplan Energie - Südtirol 2050

Klimaplan Energie - Südtirol 2050
Logo Klimaplan (Quelle: Klimaplan Energie - Südtirol 2050)

Südtirol hat Verantwortung für den Klimaschutz übernommen. Eine nachhaltige Energiepolitik ist die wichtigste Voraussetzung für einen aktiven Klimaschutz und trägt zur Lösung eines globalen Problems bei, denn Südtirols Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung wirkt über die Landesgrenzen hinaus.

Update des Klimaplans

Der neue Entwurf des KlimaPlans Energie-Südtirol - 2050 sieht insgesamt 100 Maßnahmen vor, die in sechs Makrobereiche unterteilt sind. Unter www.klimaland.bz kannst du jede Maßnahme einzeln bewerten und uns deine Anmerkungen mittels Kommentarfeld bis zum 31. Dezember weiterleiten. Trage auch du dazu bei, die Klimastrategie unseres Landes mitzugestalten!

Die Klimastrategie soll auch dazu beitragen, das Prinzip der "Nachhaltigkeit" in den Mittelpunkt jeder gesamtgesellschaftlichen Initiative zu stellen. In diesem Sinne ist die nachhaltige Entwicklung als ein Prozess der ständigen Optimierung zu verstehen, der es ermöglicht, die Raumentwicklung immer mehr in Richtung "Nachhaltigkeit", d.h. sparsamer und rationeller Umgang mit den natürlichen Ressourcen, zu bewegen.

Auf dieser Grundlage hat die Autonome Provinz Bozen im Jahr 2011 den Klimaplan Energie - Südtirol 2050 verabschiedet, mit dem sie sich zu einer Reihe von nachhaltigkeitsorientierten Maßnahmen im Energiebereich verpflichtet, die dazu beitragen sollen, die CO2-Emissionen bis 2020 auf 4 Tonnen pro Person und Jahr und bis 2050 auf 1,5 Tonnen pro Person und Jahr zu reduzieren, mit dem Ziel, ein international anerkanntes "KlimaLand" zu werden.

Die Hauptziele, auf denen die Landesklimaschutzstrategie basiert, lassen sich in drei Grundkonzepte zusammenfassen. Die Ziele sind mittelfristig für das Jahr 2020 und langfristig für das Jahr 2050 gesetzt und legen somit eine Gesamtstrecke fest, die über vier Jahrzehnte verfolgt werden soll, mit Halbzeitbewertungen damit bestimmte Maßnahmen gegebenenfalls neu definiert werden können.

  • Reduzierung des Pro-Kopf-Energieverbrauchs auf 2.500 W im Jahr 2020 und 2.200 W im Jahr 2050, wobei der erste Schritt darin besteht, Energieeinsparungen durch rationelle und intelligente Energienutzung zu fördern;
  • Erhöhung des Deckungsgrads des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energiequellen auf 75 % im Jahr 2020 und 90 % im Jahr 2050, wodurch der Einsatz fossiler Brennstoffe reduziert wird;
  • Reduzierung der CO2-Emissionen pro Kopf auf 4,0 t im Jahr 2020 und 1,5 t im Jahr 2050, die auf den Energieverbrauch zurückzuführen sind.

Zwischenergebnisse und Überwachung der Indikatoren

Der Plan sieht eine regelmäßige Überprüfung der erzielten Ergebnisse vor, um die Maßnahmen zur Erreichung der gesetzten Ziele zu aktualisieren. Das Bezugsjahr für die Daten ist 2008. Die Periodizität der Halbzeitbewertungen beträgt fünf Jahre, beginnend im Jahr 2011, dem Jahr, in dem der Plan veröffentlicht wurde.
Zur Überwachung der Ziele im Bereich der Energieeffizienz, der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und der Verringerung der Treibhausgasemissionen wurden drei Indikatoren festgelegt:

  • Energieeffizienz und Pro-Kopf-Energiebedarf: Hierbei handelt es sich um die Energie, die sofort pro Kopf verbraucht wird, um den jährlichen Bedarf der Provinz zu decken;
  • Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen: Verhältnis zwischen der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und dem Gesamtenergieverbrauch auf dem Gebiet der Provinz;
  • Jährliche CO2-Emissionen pro Kopf: CO2-Emissionen im Zusammenhang mit dem Energieverbrauch, berechnet anhand von Umrechnungsfaktoren, die auf den in der Provinz erfassten Verbrauch angewendet werden.

Auf Landesebene zeigen die Indikatoren für Energieeffizienz und CO2-Emissionen für die Jahre nach 2008 einen Höhepunkt im Zweijahreszeitraum 2010-2011. Danach sinken die Werte bis 2014. In den Folgejahren stiegen die Werte leider wieder an, was zeigt, dass der Abwärtstrend nicht stabil war und weitere Anstrengungen auf dem Weg zum Klimaschutz notwendig sind.
Die folgenden Diagramme zeigen die Entwicklung der Indikatoren von 2008 bis zum letzten verfügbaren Wert.

Klicken Sie auf das Thema, um die Grafik zu sehen.


Kommentare zu Diagrammen und Indikatoren

Der Indikator misst das Verhältnis zwischen der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen auf Landesebene und dem Gesamtenergieverbrauch einschließlich Verkehr.

Die Deckung des Energiebedarfs durch Energie aus erneuerbaren Quellen erreichte in Südtirol 2014 einen Spitzenwert von fast 70%. In den darauffolgenden Jahren ging dieser Wert wieder leicht zurück. Diese Schwankung ist auch auf die Verfügbarkeit der erneuerbaren Ressourcen (Sonne und Wasser) im Jahresverlauf zurückzuführen. Besonders deutlich spürbar wird dies bei der Wasserkraft. Dort ist die Produktion stark von den jährlichen Schwankungen des Wasserhaushaltes abhängig.

Südtirol liegt, gemessen am Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch, italienweit an zweiter Stelle und im europäischen Spitzenfeld.

Der Indikator misst die Dauerleistung pro Einwohner bezogen auf den Energiebedarf des Landes. Er wird berechnet, indem der Energieverbrauch des Landes durch die Anzahl der Einwohner und die Anzahl der Stunden pro Jahr dividiert wird.
Die Abbildung zeigt, wie sich dieser Indikator in den Jahren 2010-2018 entwickelt hat. Bis 2010 stieg der Wert stark an und war dann bis 2014 rückläufig. Anschließend begann er wieder langsam zu wachsen um 2018 letztlich wieder auf das Ausmaß von 2010 zurückzukehren.

Zweifellos sind weitere Anstrengungen erforderlich, um das Ziel, 2.500 W pro Kopf, innerhalb 2020 zu erreichen.

Der Grundstein für die Zukunft ist die Energieeffizienz in allen Bereichen.

In diesem Zusammenhang wird es immer wichtiger, auf unnötigen Verbrauch zu verzichten und dort, wo der Verbrauch notwendig ist, auf mehr Effizienz zu setzen. Besonderes Augenmerk sollte auf die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern, auf die Steigerung der Energieeffizienz in den Gemeinden sowie das Energiemanagement in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen gelegt werden.

Dank der intensiven Nutzung erneuerbarer Energiequellen und einer vergleichsweise effizienten Verwendung der Energieressourcen einerseits und dem Fehlen von besonders energieintensiven Produktionslinien andererseits sind die CO2 Emissionen, berechnet nach der Eigenverbrauchmethode, im Vergleich zu anderen Regionen gering.

Der Wert wurde berechnet, indem dem Verbrauch der erfassten Energieträger Umrechnungskoeffizienten zugeordnet wurden. Die Wahl fiel auf Koeffizienten vom Typ LCA - Life-cycle assessment. Auf diese Weise wird der gesamte Lebenszyklus der Brennstoffe berücksichtigt.

Die Emissionen sanken 2014 auf unter 4,25 Tonnen pro Person und sind in den darauffolgenden Jahren wieder leicht angestiegen.


Kontakt: Amt für Energie und Klimaschutz