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Luftqualität: Stickstoffdioxidwerte im Jahr 2022 deutlich besser

Heute wurden die Luftqualitätsdaten 2022 für Südtirol vorgestellt. Gegenüber 2021 gibt es eine deutliche Verbesserung bei den Stickoxiden. "Dennoch gilt es, wachsam zu bleiben", so LR Vettorato.

Die Luftqualitätsdaten für das Jahr 2022 in Südtirol liegen vor: Sie zeigen gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserte Stickstoffdioxid-Werte (NO2), wobei der Jahresgrenzwert an keiner der Luftmessstationen überschritten wurde. Das hat die jährliche Luftqualitätsbewertung durch die Experten des Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz ergeben, die die Daten heute (16. März) beim Technischen Tisch zur Luftqualität in Bozen präsentierten.

"Die Daten für das Jahr 2022 sind sehr beruhigend. Zum ersten Mal seit Beginn der Stickstoffdioxid-Messungen Anfang der 1980er Jahre wird der Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter an allen Messstationen eingehalten", betont Umweltlandesrat Giuliano Vettorato. "Dennoch müssen wir auf eine weitere Reduzierung der Stickoxidemissionen hinarbeiten. Dazu können wir alle beitragen, indem wir uns im Alltag bewusst für eine nachhaltigere Mobilität entscheiden." Die Aktualisierung der Luftqualitätsrichtlinie auf europäischer Ebene könnte nämlich zu einer Senkung des Jahresgrenzwerts für Stickstoffdioxid von 40 auf 20 Milligramm pro Kubikmeter führen, berichtete Vettorato. Und auch an den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation wolle man sich orientieren.

Bessere Luft durch Erneuerung des Fuhrparks

Stickstoffdioxid (NO2) wird hauptsächlich von Dieselfahrzeugen verursacht und kann ein Gesundheitsrisiko darstellen. "In einigen gut abgegrenzten städtischen Gebieten wurde der Stickstoffdioxid-Grenzwert im vergangenen Jahr immer noch überschritten", erklärt Luca Verdi, Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz. Dabei handle es sich um den so genannten Canyon-Effekt an stark befahrenen Straßen mit hohen Wohnblöcken, wo sich die Schadstoffe in Bodennähe konzentrieren.

Obwohl das Verkehrsaufkommen im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 deutlich zugenommen hat und das Niveau vor der Corona-Pandemie erreichte, haben sich die Luftqualitätswerte gegenüber 2021 insgesamt verbessert. "Einer der Hauptgründe dafür ist sicherlich die Tatsache, dass in den letzten drei Jahren mehr Elektro-, Hybrid- und Euro 6-Fahrzeuge der neuen Generation zugelassen wurden, die deutlich weniger Stickoxide ausstoßen als ihre Vorgänger", erklärt Georg Pichler, Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm.

Feinstaubsituation stabil, Benzo[a]pyren weiterhin kritisch

Was die Feinstaubpartikel (PM10 und PM2,5) betrifft, die zum Teil auf natürliche Ursachen, zum Teil auf Heizanlagen, Industrie und Verkehr zurückgehen, ist die Situation in Südtirol im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 weitgehend unverändert: "Die von den europäischen Normen vorgegebenen Grenzwerte für die Jahresmittelwerte werden weitgehend eingehalten", erklärt Luca Verdi. Für PM10 betrage der Grenzwert 40 Mikrogramm pro Kubikmeter, für PM 2,5 20 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Benzo[a]pyren ist ein krebserregender Bestandteil von Feinstaub, der bei der unvollständigen Verbrennung von Holz entsteht, zum Beispiel bei kleinen Holzfeuerungsanlagen wie Öfen und handbefeuerten Kaminen. Er kommt daher vor allem in ländlichen Gebieten vor. "Auch im Jahr 2022 wurde der europäische und nationale Zielwert für Benzo[a]pyren an der Messstation Latsch überschritten, obwohl die Konzentration im Vergleich zu 2021 leicht abgenommen hat", so Verdi abschließend.

Weiter wachsam sein

Landesrat Vettorato mahnt, weiterhin wachsam zu sein. "Initiativen wie BrennerLEC AfterLife oder Anreize für energetische Sanierungen sind wichtig, um den Ist-Zustand zu erhalten und zu verbessern, nicht nur im Sinne der gesetzlichen Vorgaben, sondern vor allem unserer Gesundheit zuliebe", betont er.

Alle Daten zur Luftqualität sind online auf dem Webportal des Landes abrufbar: Jahresberichte der Luftqualitätswerte | Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz | Autonome Provinz Bozen - Südtirol


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tl/mpi