Überwachung der Badegewässer

Überwachung der Badegewässer
Völser Weiher (Foto: Landesagentur für Umwelt)

Die Überwachung der Badegewässer dient in erster Linie dem Schutz der menschlichen Gesundheit vor Gefahren, die bei schlechtem Zustand eines Badegewässers auftreten.
Das Biologische Labor der Umweltagentur hat sogennante Profile der Badeseen Südtirols ausgearbeitet, um eventuell vorhandene Risikofaktoren festzuhalten und nötige Maßnahmen  durchzuführen. Diese Profile liefern Informationen zu den morphologischen, geographischen und hydrologischen Eigenschaften des umgebenden Territoriums. Sie sind nützlich, um eventuelle Verschmutzungsquellen und deren Einfluss auf die Wasserqualität zu erkennen und tragen zu einer besseren Risikoüberwachung bei. Gibt es im umgebendem Gebiet bedeutende Veränderungen oder Verschmutzungen, die sich negativ auf die Badeseequalität auswirken könnten, muss das Profil vor Beginn der nächsten Badesaison überprüft und, falls nötig, aktualisiert werden.

Die Überwachung der Badegewässer ist im Gesetzesdekret Nr. 116 vom 30. Mai 2008 und im Ministerialdekret vom 30. März 2010 festgelegt. Diese Dekrete setzten die europäische Richtlinie 2006/7/EG (Badegewässerrichtlinie) um.

Das Biologische Labor der Umweltagentur beurteilt die Qualität der Badegewässer entsprechend eines festgelegten Überwachungsprogramms und übermittelt diese vor Beginn der Badesaison dem Gesundheitsministerium. Die Probepunkte liegen im Bereich des größten Besucherzustroms und dort, wo – gemäß Badewässer-Profil - das höchste Verschmutzungsrisiko besteht.

Beprobung (Foto: Landesagentur für Umwelt)

Wie erfolgt die Überwachung der Badeseen?

Das Überwachungsprogramm sieht alljährlich - im Zeitraum von April bis September - eine monatliche Beprobung vor, wobei zwischen zwei Beprobungsterminen nicht mehr als ein Monat verstreichen darf. Außerdem darf sich der Beprobungstermin um nicht mehr als vier Tage vom im Überwachungsprogramm festgelegten Termin verspäten.
An jedem Probepunkt werden verschiedene Umweltparameter wie Lufttemperatur, Wassertemperatur, Wind, Seezustand (ruhig/bewegt), Oberflächenströmung sowie die Wetterbedingungen erfasst und Wasserproben für die mikrobiologische Untersuchung entnommen. Die mikrobiologischen Parameter intestinale Enterokokken und Escherichia coli dienen als Indikatoren für eine fäkale Verunreinigung. Sie dürfen die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten, ansonsten kommt es zu einem zeitweiligen Badeverbot im betroffenen Seeareal:

Grenzwerte für eine Wasserprobe
Intestinale EnterokokkenEscherichia coli
Binnengewässer (See) 500 n* /100 ml 1000 n* /100 ml

* = je nach verwendeter Untersuchungsmethode angegeben als KBE (Kolonie bildende Einheiten) oder als MPN (most probable number = wahrscheinlichste Anzahl)

Ist im Badesee-Profil die Tendenz zur Blaualgenblüte beschrieben, bedarf es weiterer Untersuchungen, um die Badetauglichkeit zu überprüfen, sowie geeignete Maßnahmen, um die Gesundheit der Badegäste zu schützen.

Werden die gesetzlich festgelegten Grenzwerte der mikrobiologischen Parameter einer Wasserprobe überschritten, liegt eine Verunreinigung vor. Das Biologische Labor informiert daraufhin die zuständige Gemeinde und der Bürgermeister erlässt mittels Verordnung ein vorübergehendes Badeverbot für das betroffene Seeareal. Das Badeverbot wird erst dann wieder mittels Verordnung des Bürgermeisters aufgehoben, sobald die erste nachfolgende Wasserprobe wieder in Ordnung ist, d.h. dass deren mikrobiologische Parameter innerhalb der Grenzwerte liegen

Symbol für ein Badeverbot

Alle Informationen über die Qualität eines Badegewässers sowie ein eventuelles Badeverbot werden von der zuständigen Gemeinde an einer gut zugänglichen Stelle in der Nähe der Badestellen auf Tafeln bekannt gegeben.

Die Untersuchungsergebnisse der Badeseen-Überwachung werden während der Badesaison auf den Webseiten der Umweltagentur und auf dem Wasserportal des Gesundheitsministeriums laufend aktualisiert.

Die Untersuchungsergebnisse der Badeseen-Überwachung dienen nicht nur zum Schutz der menschlichen Gesundheit, sondern auch zur Ermittlung der Qualitätsklasse eines Badesees, so wie vom Gesetzesdekret Nr. 116 von 2008 vorgesehen.

Symbol für eine ausgezeichnete Qualität eines Badegewässers

Die Qualitätsklasse eines Badesees wird am Ende jeder Badesaison bestimmt. Dazu verwendet man die Untersuchungsergebnisse der Badesaison im laufenden und in den drei voran gegangenen Jahren. Ausschlaggebend für die Zuordnung zu einer Qualitätsklasse sind die Untersuchungsergebnisse der mikrobiologischen Parameter Darmenterokokken und Escherichia coli. Es gibt vier Qualitätsklassen: gering - genügend - gut - ausgezeichnet

Diese Einteilung basiert - gemäß dem Gesetzesdekret - auf einer statistischen Berechnung. Die ermittelte Qualitätsklasse ist bis zum Beginn der nächsten Badesaison gültig.

Die Norm sieht außerdem vor, dass ein Badesee ab der Badesaison 2015 mindestens die Qualitätsklasse „genügend“ erreichen sollte.


Alle acht Badeseen Südtirols erreichten auch im Jahre 2016 die Qualitätsklasse "ausgezeichnet".

Rechtsgrundlagen: Nehmen Sie Einsicht in die Gesetzgebung

Kontakt: Biologisches Labor