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Der Boden: Eine Welt zu entdecken | Workshop

Der Boden: Ein geheimnisvolles Ökosystem voller Leben (© varuna / shutterstock)
Der Boden: Ein geheimnisvolles Ökosystem voller Leben (© varuna / shutterstock)

Hintergrundinfo

Die Böden gehören mit Luft und Wasser zu den wichtigsten Umweltmedien und sind wahre Multitalente. Intakte Böden erfüllen viele Funktionen: Sie nehmen das Regenwasser auf, reinigen es und stellen es in Form von Grundwasser für die Trinkwassergewinnung zur Verfügung. Die Böden sichern mehr als 90 Prozent unserer Nahrungsmittel, indem sie als Anbaufläche dienen. Sie sind außerdem Lebensraum unzähliger Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Bereits in einer Handvoll intaktem Bodens leben mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde. Böden spielen außerdem eine zentrale Rolle für das Klima. Denn sie haben die Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern, und sind nach den Weltmeeren der zweitgrößte Treibhausgasspeicher der Erde.

Doch immer mehr Böden werden durch den Menschen geschädigt oder gar zerstört. Laut den Vereinten Nationen (UN) sind weltweit bereits 33 Prozent durch Verschmutzung, Überweidung, Entwaldung, intensive Landwirtschaft sowie Straßen- und Siedlungsbau degradiert. Vielerorts wird die Entwicklung durch den Klimawandel verschärft. Hitzewellen gefährden die Funktionalität der Böden. Starkregenereignisse und Dürren fördern die Erosion – das Abtragen von Böden durch Wasser und Wind. Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt, dass bis 2050 über 90 Prozent der fruchtbaren Böden verloren gehen könnten. Das heißt, dass die Lebensgrundlage der Menschen in ernsthafter Gefahr ist.

Bodenschutz bedeutet vor allem den Schutz der Bodenfunktionen. Wenn wir die Böden schützen und nachhaltig nutzen, schützen wir gleichzeitig das Klima, die Gewässer und die Artenvielfalt. Und wir sorgen dafür, dass genug Nahrungsmittel und pflanzliche Rohstoffe für den Menschen erzeugt werden können.

Ziel

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Bedeutung von Böden für Mensch und Natur auseinander. Sie analysieren verschiedene Bodenarten, lernen problematische Folgen der Bodennutzung kennen und und lernen die Möglichkeiten des vorsorgenden Bodenschutzes.

Programm

Im theoretischen Teil lernen die Schülerinnen und Schüler, dass Humus eine zentrale Rolle spielt, da er Nährstoffe speichert und die Bodenstruktur verbessert. Sie erfahren, wie der Ionenaustausch und der pH-Wert des Bodens entscheidend für die Nährstoffaufnahme durch Pflanzen sind. Zudem wird die Bedeutung von Bodenwasser und Bodenluft für das Leben im Boden erläutert sowie die Faktoren Klima, Topographie und Zeit, die die Bodenbildung beeinflussen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vielfalt der Bodentypen und den Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf den Boden, wie die Entstehung von Technosolen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie Bodenorganismen durch die Zersetzung organischer Substanz und die Umwandlung von Nährstoffen zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit beitragen. Das „braune Nahrungsnetz“ im Boden wird als zentrale Funktionseinheit vorgestellt. Zudem werden die Gefährdungen des Bodens durch den Klimawandel und intensive Landnutzung thematisiert, wie die Freisetzung von Kohlenstoff aus Permafrostböden und die negativen Auswirkungen von Bodenkompaktierung und Bodenversiegelung.

Das Programm umfasst praxisorientierte Aufgaben. Die Schülerinnen und Schüler erforschen die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Böden, untersuchen die Bodenstruktur, messen den pH-Wert von Bodenproben und analysieren den Zersetzungsprozess von organischem Material. Sie setzen sich mit dem Bodentyp vor Ort auseinander und erfassen die Rolle von Bodentieren im Ökosystem. Ein besonderer Bestandteil des Programms ist die Einführung in die Ökoakustik, bei der die Schülerinnen und Schüler die Geräusche von Bodenorganismen hören und deren Bedeutung für ökologische Prozesse reflektieren.

Hinweis: Der Workshop findet standardmäßig im Freien statt. Falls dies nicht durchführbar ist, kann der Workshop alternativ auch in der Klasse abgehalten werden. In diesem Fall wird das Programm entsprechend angepasst.

Zielgruppe

1. – 5. Klassen der Ober-, Berufs- und Fachschulen

Voraussetzungen

  • Die Klasse muss von mindestens zwei Lehrpersonen begleitet werden.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollten festes Schuhwerk tragen.

Sprache

Deutsch, Italienisch

Termin

Der Termin wird individuell vereinbart.

Dauer

3 Schulstunden

Zeitraum

November bis Juni

Anmeldung

Anmeldung und Teilnahmebedingungen

Die eingehenden Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs und nach den Einzugsgebieten der Schulen bis zur maximalen Teilnehmeranzahl berücksichtigt. Um jedoch möglichst vielen Schulen die Teilnahme am Projekt zu ermöglichen, behalten wir uns vor, die Anzahl der teilnehmenden Klassen pro Schule zu beschränken.