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Bewusst konsumieren I Workshop

Ein suffizienz-orientierter Lebensstil bedeutet, sparsam mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten umzugehen (© Effekt! GmbH)
Ein suffizienz-orientierter Lebensstil bedeutet, sparsam mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten umzugehen (© Effekt! GmbH)

Hintergrundinfo

Unser Wirtschaftssystem beruht darauf, dass wir laufend Neues kaufen und verbrauchen. Während eines großen Teils der Menschheit der Zugang zu selbst grundlegenden Bedürfnissen verwehrt bleibt, konsumieren die Menschen in den reichen Industrieländern weit mehr, als sie für ihre existenziellen Bedürfnisse benötigen. Der Begriff „Konsum“ impliziert weitaus mehr als nur Einkaufen. Um die Auswirkungen des Konsums von Produkten zu verstehen, muss der gesamte Lebenszyklus betrachtet werden. Dazu gehören die Gewinnung von Rohstoffen, die Produktion, der Vertrieb, die Nutzung sowie die Entsorgung und Verwertung.

Die Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden mit ihrem Kaufverhalten über das Angebot der Unternehmen. Wenn genügend Menschen bewusster einkaufen, werden Unternehmen gezwungen, ihre Produktionsbedingungen zu ändern und umweltfreundlichere sowie sozialverträglichere Produkte anzubieten. Doch anstatt nur besser oder anders zu konsumieren, sollten wir uns fragen: Wie können wir mit weniger Dingen und geringerem Ressourcenverbrauch auskommen? Das ist die Grundlage der Suffizienz. Suffizienzorientierter Konsum zielt nicht auf absoluten Konsumverzicht ab, sondern ermutigt die Konsumierenden, freiwillig auf nicht notwendige Güter zu verzichten. Es gibt viele Möglichkeiten, ein „Weniger ist mehr“ im Konsumverhalten umzusetzen, zum Beispiel durch Tauschen, Teilen, Reparieren und Wiederverwenden von Produkten anstatt neu zu kaufen. Bei einem Neukauf sollten langlebige, qualitativ hochwertige, reparierbare und recycelbare Produkte bevorzugt werden.

Nachhaltiger Konsum im richtigen Maß bedeutet, so zu konsumieren, dass die Bedürfnisse der gegenwärtigen und zukünftigen Generationen befriedigt werden, ohne die Belastbarkeitsgrenzen der Erde und die Menschenrechte zu gefährden.

Ziel

Die Schülerinnen und Schüler lernen die direkten und indirekten Auswirkungen ihres Konsums auf Menschen und Umwelt kennen und erfahren, wie sie durch bewusste Konsumentscheidungen Ressourcen schonen können.

Programm

Die Schülerinnen und Schüler verfolgen den Lebenszyklus eines Smartphones entlang der Wertschöpfungskette und beurteilen dabei die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte. Dabei wird auch thematisiert, welchen Einfluss die globalisierten Produktionsprozesse auf den ökologischen Fußabdruck haben. Sie hinterfragen den Einfluss von WerbungMarkenInfluencern und dem Internet auf die eigene Kaufentscheidung und analysieren den Zusammenhang zwischen Konsum, Glück, Zufriedenheit und Wohlbefinden. Sie lernen verschiedene Strategien nachhaltigen Wirtschaftens kennen (Suffizienz, Effizienz, Konsistenz) und reflektieren, wie sie ihren Alltag nachhaltiger gestalten können. Anhand ausgewählter Produkte recherchieren sie lokale Möglichkeiten zum Reparieren, Tauschen, Leihen und Selbermachen (z. B. Repair Cafés, offene Werkstätten, Leihläden) und besprechen diese im Plenum. Abschließend legen die Schülerinnen und Schüler selbst Hand an, indem sie einen Fahrradschlauch oder ein Kleidungsstück reparieren. Dabei lernen sie, dass durch Reparieren, Selbermachen, Secondhand und gemeinsames Nutzen natürliche Ressourcen geschont und die Dinge eine neue Wertschätzung erfahren.

Zielgruppe

3. Klassen der Mittelschulen, 1. – 2. Klassen der Ober-, Berufs- und Fachschulen

Voraussetzungen

  • PC oder Laptop, Beamer
  • großes Klassenzimmer mit verstellbaren Tischen für den Aufbau der verschiedenen Stationen

Sprache

Deutsch, Italienisch

Termin

Der Termin wird individuell vereinbart.

Dauer

3 Schulstunden

Zeitraum

November bis Juni

Anmeldung

Anmeldung und Teilnahmebedingungen