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Maßnahmen zur Bekämpfung der invasiven Pflanze Elodea nuttallii im Rablander Weiher

12.01.2025, 23:00

Die invasive Pflanze Elodea nuttallii wurde im Frühjahr 2022 zum ersten Mal in Südtirol im Rablander Weiher entdeckt. Sofort wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um ihre Ausbreitung einzudämmen. Aufgrund des Interesses an dieser Entdeckung war die Pflanze auch im Mittelpunkt einer Studie, die im Sommer 2024 im Rahmen einer Bachelor-Arbeit unter Aufsicht des Biologischen Labors durchgeführt wurde.

Probenentnahme von eDNA (Foto: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz)
Probenentnahme von eDNA (Foto: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz)

Die schmalblättrige Wasserpest „Elodea nuttallii ist eine gebietsfremde Pflanze, die als „invasive Art mit unionsweiter Bedeutung“ eingestuft wird (EU-Verordnung 1143/2014). Einfuhr, Handel, Kultur und Transport dieser Pflanze ist verboten. Bei einem Nachweis von Elodea nuttallii müssen Maßnahmen zur Ausrottung und zur Bestandskontrolle ergriffen werden. Zudem muss ein Monitoring durchgeführt werden, um einer unkontrollierten Ausbreitung der Pflanze vorzubeugen.

Erste Erhebung im Jahr 2022 im Rablander Weiher

Im Frühjahr 2022 wurde Elodea nuttallii erstmals im Rablander Weiher nachgewiesen. Um die Gefahr der weiteren Ausbreitung zu reduzieren, wurde der Wasserpegel herabgesetzt, am Abfluss wurden Gitter eingebracht und täglich gereinigt. Die Pflanzen wurden im Weiher gemäht und im Uferbereich manuell entfernt und entsorgt. In weiterer Folge wurde die Seefläche und die naheliegende „Gamperquelle“ temporär aufgeschüttet. Das Bachbett des Zielbaches wurde angepasst, um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen.

Elodea nuttallii auch Thema einer Bachelor-Arbeit

Da der Weiher in die Etsch entwässert, bestand die Gefahr, dass Bruchstücke von Elodea nuttallii in Nebengewässer gelangen und sich die Pflanze weiter ausbreitet. Dies wurde in einer ausgedehnten Studie im Rahmen einer Bachelor-Arbeit im Sommer 2024 untersucht, die vom Biologischen Labor betreut wurde.
Am Rablander Weiher und in den Zuflüssen der Etsch wurden von Partschins bis Salurn Wasserproben und Pflanzenmaterial entnommen und im Labor mittels molekularbiologischer Methoden untersucht. Pflanzen geben im Zuge ihres Lebens DNA Fragmente an die Umwelt ab. Die Analyse dieser eDNA (environmental DNA – Umwelt DNA) im Wasser gibt Aufschluss über das Vorkommen der Pflanze in Gewässern. Diese Analysen wurden durch klassische Bestimmungen von Pflanzen unter dem Mikroskop ergänzt.
Am Rablander Weiher konnte an vier Probenterminen im Sommer 2024 die invasive Pflanze weder mittels eDNA noch mittels der klassischen Methoden nachgewiesen werden. Ein erneutes Auftreten des Problems kann allerdings nie mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Die Untersuchungen in den Zuflüssen entlang der Etsch brachte einen Neufund von Elodea nuttallii am Marlinger Mühlbach hervor.

Startschuss ab 2025 zu den Revitalisierungsarbeiten

Am Rablander Weiher kann nun wieder schrittweise mit einer Revitalisierung begonnen werden. Durch die Schaffung eines Altarms soll ein naturnahes Gewässer gestaltet werden. Das Südufer soll der Bevölkerung zur Freizeitgestaltung zugänglich gemacht werden. Habitate für die natürliche Wiederbesiedelung von Fischen werden geschaffen.
Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit des Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung West, Amt Landeswarnzentrum, Amt für Natur, Abteilung Forstdienst, Amt für Wildtiermanagement und dem Amt für Gewässerschutz unter der Koordination des Biologischen Labors realisiert. Weiters Beteiligte sind die Gemeinde Partschins und freiwillige Helfer des Fischereivereins Partschins.