Südtiroler Flüsse und Bäche

Hier finden Sie Informationen zur Lage, Geologie und Biologischen Gewässerqualität der wichtigsten Fließgewässer Südtirols.

Rambach

Rambach

Der Rambach bzw. Rom, wie er in Graubünden genannt wird, entspringt am Fuße des Ofenpasses (Pass dal Fuorn) auf Schweizer Staatsgebiet, durchfließt das Val Müstair / Münstertal und mündet nach rund 21 Flusskilometern in die Etsch. Sein Einzugsgebiet dehnt sich auf ca. 186 km² aus, wobei dessen höchste Erhebung (Piz Sesvenna) auf 3205 m Meereshöhe liegt. Auf 920 m, oberhalb von Glurns, liegt die Mündung. Zu den wichtigsten Zuflüssen des Rambaches zählen der Aua da Vau und der Valgarolabach.

Das Wassereinzugsgebiet besteht aus verschiedenen Gesteinsarten: Am Ofenpass herrschen triassische Sedimente (Kalke und Dolomite) vor, weiter talauswärts kommen Granitgneise sowie Glimmerschiefer und Paragneise vor. Im Talboden trifft man auf Schwemmkegel und Alluvialböden. Das Umland des Rambaches wird landwirtschaftlich genutzt.

Die bedeutendste Ortschaft im Südtiroler Teil des vom Rambach durchflossenen Münstertals ist Taufers, dessen Abwässer der Kläranlage Glurns zugeführt werden. In der Schweiz ist hingegen Müstair zu nennen, dessen Abwässer seit 2013 ebenfalls nach Glurns geleitet werden.

Auf schweizerischem Gebiet wurde der Rambach am Ende des zweiten Weltkrieges teilweise kanalisiert, um Sümpfe zu entwässern. Außerdem wurde er mit Geschieberückhaltevorrichtungen versehen. Diese Maßnahmen bewirkten einerseits eine gesteigerte landwirtschaftliche Nutzung des Umlands und andererseits eine landschaftliche Verarmung, kombiniert mit einem Rückgang und teilweisem Aussterben von Fischarten. Von 2004 bis 2006 wurde der Rambach in einem einmaligen Projekt revitalisiert. Der Bachlauf wurde aufgeweitet, die Ufer wurden naturnah gestaltet. Durch das Revitalisierungsprojekt hat sich die ökologische Funktionsfähigkeit des Baches stark verbessert und das Landschaftsbild hat eine klare Aufwertung erfahren. Dabei ist der Hochwasserschutz gewährleistet und sogar die Landwirtschaft profitiert durch die Trockenlegung vernässter Wiesen. Der Rambach ist somit einer der letzten größeren Alpenflüsse, der ein relativ naturnahes Erscheinungsbild hat und noch nicht durch die Stromerzeugungsindustrie ausgebeutet ist. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Kostbarkeit erhalten bleibt.

Biologische Gewässergüte (2015)

Was die Makrozoobenthos-Beprobungen betrifft, konnte sich der Rambach 2012 auf eine erste Klasse verbessern, nachdem die Beprobungen 2005 und 2006 nur eine dritte Klasse aufwiesen. 2014 und 2015 wurde die erste Klasse bestätigt.
Das biologische Gesamturteil ergibt einen guten Zustand.

Biologische Gewässergüte (2015)
QualitätselementMakrozoobenthosKieselalgenFischeBiologisches Gesamturteil
MethodeSTAR_ICMiICMiISECI
Qualitätszustand: I = sehr gut; II = gut; III = mäßig; IV = unbefriedigend; V = schlecht;
Biologisches Gesamturteil: ausschlaggebend ist das schlechteste Ergebnis der drei Qualitätselemente;
11134 – oberhalb Glurns, Calvenbrücke I I II II

SV

Kontakt: Biologisches Labor