Mineralwasserquellen

In Südtirol sind 32 Mineralwasserquellen mittels Beschluss der Landesregierung anerkannt. Diese Quellen wurden aus einer langen Reihe ausgesucht, die seit alters her für Bauernbäder und Heilanstalten genutzt wurden oder bereits als Mineralwasser abgefüllt und verkauft wurden.

Details und Wanderkarten zu den Mineralwasserquellen in Südtirol entnehmen Sie der Informationsbroschüre Kostbarkeiten aus felsiger Tiefe, welche Sie hier herunterladen können.

3. Tauferer Badl - Tscherms

Die Ruheoase am Mineralwasser des Tauferer Badls - Gemeinde Tscherms 625 m.ü.d.M..

Tauferer Badl - Postkarte (Foto: Landesagentur für Umwelt, Amt für Gewässernutzung, 2009)

Ein „Tauferer Gut“ kennt man bereits seit 1350. Aber erst seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts (ca. 1815) wird auch eine Badeanstalt errichtet.
Als Besonderheit des Tauferer Badls ist zu erwähnen, dass es für jede Krankheitsdiagnose eigene Kabinen mit Wannen gab. Der Badebetrieb mit dieser Badordnung wurde noch bis in die 70ger Jahre des 20. Jahrhunderts beibehalten. Dann wurde der Badebetrieb eingestellt.
Die Quelle des Tauferer Badls wird klassifiziert als eisenhaltiges und leicht mineralhaltiges Wasser. Es enthält Iod und Spuren von Brom, Barium, Aluminium, Lithium, Cäsium und Nickel. Die Leitfähigkeit beträgt 410µS/cm und die Temperatur ca. 11°C.

Wasser erzählt
Wasser erzählt von seinem Werdegang. Seine charakteristischen Eigenschaften sind ein Spiegelbild des Gesteins, durch welches es fließt. Daher wurde der Quellbrunnen aus Granatglimmerschiefer gearbeitet, der auch im Einzugsgebiet der Mineralwasserquelle des Tauferer Badls vorkommt.
Der Stein versinnbildlicht Natürlichkeit, Beständigkeit und Vielfalt, er ist in seiner Form einzigartig und wertvoll, genau wie das Wasser, das aus dem Stein quillt.
Die Auskleidung der drei Rillen im Stein soll einen Bezug herstellen zu den wichtigsten im Mineralwasser gelösten Elementen: die zwei äußeren Rillen sind mit Eisen ausgekleidet, die mittlere Rille mit Aluminium.
Die für das Tauferer Mineralwasser charakteristischen rötlichen Ausfällungen entstehen, wenn das im Wasser gelöste Eisen (FeII) mit dem Sauerstoff der Luft in Verbindung kommt und dabei zu rotem Eisenhydroxid oxidiert (FeIII), welches schlechter wasserlöslich ist und daher ausfällt.

Wasser fließt
Am Quellbrunnen tritt das Wasser zutage und fließt entlang der Ruheoase durch die ortstypische Vegetation, bis es am Ende wieder versickert: ein Bild für den Kreislauf des Wassers in der Natur. Das Wasser dringt als Niederschlag in Hohlräume und Klüfte des Untergrundes ein, reichert sich dort an den vorhandenen Elementen an, tritt zutage, fließt ab und verdunstet letztlich wieder, um neuerlich als Niederschlag auf die Erde zu fallen. Innerhalb dieses Kreislaufes kann der Mensch das Wasser nutzen, jedoch wird er es am Ende der Nutzung immer wieder diesem Kreislauf zurückgeben: Wasser fließt, besitzen kann man Wasser nicht. Wasser ist für alle da, die es brauchen: Pflanzen, Tiere und Menschen. Wasser ist ein kostbares Gut, speziell wenn es sich um ein besonderes Wasser, ein Mineralwasser, handelt.

Wasser wirkt
Das Wasser des Tauferer Badls wurde früher hauptsächlich für Bäder gegen z.B. Rheumatismus, Geschwüre und Hautausschläge verwendet.
Das Mineralwasser ist bakteriologisch rein, weist jedoch im Vergleich zu Trinkwasser erhöhte Gehalte an Eisen, Mangan und Sulfat auf.
Die Mineralwasserquelle des Tauferer Badls liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Weges. Sie wurde im Sommer 2008 neu gefasst und das Wasser mit zwei Leitungen zur Ruheoase geführt: Eine Leitung führt zum Quellbrunnen und eine zweite zum Wasserspender.

Wie kommt man zur Quelle?
Von der Dorfmitte von Tscherms fährt man in Richtung Lebenberg. Kurz unterhalb befindet sich ein größerer Parkplatz von dem aus über den Waalweg der Beschilderung folgend das Mineralwasservorkommen zu Fuß in einer Viertelstunde erreicht werden kann.

LB

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Kontakt: Amt für Gewässernutzung