Mineralwasser und besondere Quellen

In Südtirol sind 36 Mineral- und Thermalwasserquellen, sowie Quellen und Grundwasservorkommen mit besonderen chemischen Merkmahlen mittels Beschluss der Landesregierung in ein eigenes Verzeichnis eingetragen. Diese Quellen wurden aus einer langen Reihe ausgesucht, die seit alters her für Bauernbäder und Heilanstalten genutzt wurden oder bereits als Mineralwasser abgefüllt und verkauft wurden.

27. Bad Rumestluns - Wengen

Ruheoase am Quellwasser von Bad Rumestluns - Gemeinde Wengen 1415 m ü.d.M.

Bad Rumestluns - Postkarte (Foto: Landesagentur für Umwelt, Amt für Gewässernutzung, 2010)

Bad Rumestluns war seit Jahrhunderten ein beliebtes Bauernbad für die ladinische Bevölkerung. Die ursprünglichen Holzbauten brannten im 18. Jahrhundert und ein zweites Mal im Jahre 1896 völlig nieder. Sie wurden jedoch wieder aufgebaut. 1978 erfolgte ein neuerlicher tiefgreifender Umbau des Badgasthauses.
Unterhalb des Gasthauses liegt die Badkapelle, in der die Geheilten als Votivgabe ihre Krücken und Gehhilfen zurückzulassen pflegten.
Obwohl das Bad mehr von der örtlichen Bevölkerung besucht worden ist, kamen auch etliche ausländische Gäste nach Bad Rumestluns. Der bekannteste unter ihnen ist der Atomphysiker und Nobelpreisträger Dr. Max Planck gewesen.
Die Quelle wird als leicht mineralhaltiges Wasser klassifiziert. Es enthält Sulfid, Iod und Spuren von Bor, Barium, Brom, Lithium, Molybdän, Rubidium und Gold beschrieben. Sie tritt mit einer Temperatur zwischen 5,6 °C und 7,5 °C an die Erdoberfläche und weist eine Leitfähigkeit von 575 µS/cm auf.

Wasser erzählt
Wasser erzählt von seinem Werdegang. Seine charakteristischen Eigenschaften sind ein Spiegelbild des Gesteins durch welches es fließt. Daher wurde der Quellbrunnen aus Dolomit gearbeitet, der auch im Einzugsgebiet der Quelle von Bad Rumestluns vorkommt. Die Auskleidung der drei Rillen im Stein soll einen Bezug herstellen zu den wichtigsten, im Wasser gelösten Elementen: Die mittlere Rille ist mit Gold ausgekleidet, da im Wasser von Bad Rumestluns geringste Spuren von Gold nachgewiesen worden sind. Die für das Wasser von Bad Rumestluns charakteristischen weißlich-grauen Ausfällungen und Fäden entstehen durch die im Wasser enthaltenen Schwefel-verbindungen und Mikroorganismen. Der charakteristische Geruch an der Quelle wird auch durch Schwefelverbindungen (Sulfid) hervorgerufen.

Wasser fließt
Am Quellbrunnen tritt das Wasser zutage und fließt entlang der Ruheoase durch die ortstypische Vegetation, bis es am Ende wieder versickert: ein Bild für den Kreislauf des Wassers in der Natur. Innerhalb dieses Kreislaufes kann der Mensch das Wasser nutzen, jedoch wird er es am Ende der Nutzung immer wieder diesem Kreislauf zurückgeben: Wasser fließt, besitzen kann man Wasser nicht. Wasser ist für alle da, die es brauchen, Pflanzen, Tiere und Menschen.
Wasser ist ein kostbares Gut, speziell wenn es besondere chemischen Merkmale aufweist.

Wasser wirkt
Das Wasser von Bad Rumestluns wurde unter anderem wegen seinen Anwendungen gegen Rheuma und Appetitlosigkeit sehr geschätzt. Im Sommer 2009 wurde die Quelle von Bad Rumestluns neu gefasst und mit zwei Leitungen zur Ruheoase geführt: Eine Leitung führt zum Quellbrunnen und eine zweite zum Wasserspender. Am Wasserspender besteht die Möglichkeit, das mineralhältige Wasser von Bad Rumestluns zu kosten. Es ist bakteriologisch rein und kann getrunken werden. Der intensive Geruch ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Entscheiden Sie selbst, das Wasser zu verkosten!

Wie kommt man zur Quelle?
Auf der SS 244 Gadertal fährt man ca. 18 km bis Pederoa, zur Kreuzung nach Wengen, dort weiter Richtung Wengen 2 km bis Lunz. Hier zweigt man nach rechts ab und erreicht das Bad auf einer schmalen Straße nach weiteren 1,5 km.

LB

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Kontakt: Amt für Gewässernutzung