Mineralwasserquellen

In Südtirol sind 32 Mineralwasserquellen mittels Beschluss der Landesregierung anerkannt. Diese Quellen wurden aus einer langen Reihe ausgesucht, die seit alters her für Bauernbäder und Heilanstalten genutzt wurden oder bereits als Mineralwasser abgefüllt und verkauft wurden.

Details und Wanderkarten zu den Mineralwasserquellen in Südtirol entnehmen Sie der Informationsbroschüre Kostbarkeiten aus felsiger Tiefe, welche Sie hier herunterladen können.

28. Bad Pedraces - Abtei

Ruheoase am Mineralwasser Bad Pedraces - Pantan Sarè - Gemeinde Abtei 1363 m ü.d.M.

Bad Pedraces - Postkarte (Foto: Landesagentur für Umwelt, Amt für Gewässernutzung, 2011)

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Wissenschaftler und Ärzte erstmals aufmerksam auf eine Quelle in Pedraces, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sehr gut für Badekuren geeignet war. Jedoch erst im Jahr 1850 wurden einige Badekabinen in einfachster Weise nahe der Quelle errichtet. Im Jahr 1885 wurden die Badekabinen in die Nähe des heutigen Gasthauses Nagler verlegt und 1905 in das Gasthaus selbst. Die Familie Nagler betreute die Badeanstalt bis in die 50-ger Jahre des 20. Jahrhunderts. Heute Quelle ist die Quelle über die Ruheoase jedem zugänglich, wird jedoch nicht weiter genutzt.
Das Wasser wird klassifiziert als leicht mineralisiertes, fluorhaltiges Wasser. Es enthält Sulfid, Iod und Spuren von Aluminium, Bor, Barium, Brom, Beryllium, Kupfer und Lithium. Die Temperatur beträgt 7,1 °C und die Leitfähigkeit 350 µS/cm.

Wasser erzählt
Wasser erzählt von seinem Werdegang. Seine charakteristischen Eigenschaften sind ein Spiegelbild des Gesteins, durch welches es fließt. Die besonderen Eigenschaften verdankt dieses Wasser den Bellerophon Schichten, die von Wechsellagerungen von Gips mit dunklem Dolomit gekennzeichnet sind und vor ca. 250 Mio. Jahren das Vordringen des damaligen Tethys-Meeres kennzeichnen. Dementsprechend wurde der Quellbrunnen aus Dolomit gearbeitet. Die Auskleidung der drei Rillen im Stein soll einen Bezug zu den wichtigsten, im Mineralwasser gelösten Elementen herstellen: Die Rillen sind aus Aluminium und Kupfer gefertigt, da im Wasser von Bad Pedraces neben Lithium und Bor auch Kupfer und Aluminium nachgewiesen worden sind. Die für das Mineralwasser von Bad Pedraces charakteristischen Ausfällungen und Fäden entstehen durch die im Wasser enthaltenen, stark riechbaren Sulfidverbindungen und Mikroorganismen.

Wasser fließt
Am Quellbrunnen tritt das Wasser zutage und fließt entlang der Ruheoase durch die ortstypische Vegetation, bis es am Ende wieder versickert: ein Bild für den Kreislauf des Wassers in der Natur. Innerhalb dieses Kreislaufes kann der Mensch das Wasser nutzen, jedoch wird er es am Ende der Nutzung immer wieder diesem Kreislauf zurückgeben: Wasser fließt, besitzen kann man Wasser nicht. Wasser ist für alle da, die es brauchen: Pflanzen, Tiere und Menschen. Wasser ist ein kostbares Gut, speziell wenn es sich um ein besonderes Wasser, ein Mineralwasser handelt.

Wasser wirkt
Das Wasser von Bad Pedraces wurde auch gegen Rheuma, Hautkrankheiten und Atemwegsbeschwerden sehr geschätzt. Im Sommer 2010 wurde die Mineralquelle Bad Pedraces neu gefasst und mit zwei Leitungen zur Ruheoase geführt: Eine Leitung führt zum Quellbrunnen und eine zweite zum Wasserspender. Am Wasserspender besteht die Möglichkeit, das mineralhältige Wasser zu kosten. Es entspricht bakterio-logisch den Bestimmungen und kann probiert werden. Der intensive Geruch ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Entscheiden Sie selbst, das Wasser zu verkosten!

Wie kommt man zur Quelle?
Die Quelle erreicht man ausgehend vom Rathaus Badia in Pedraces innerhalb von knapp 10 Minuten: Auf der Hauptstraße ca. 50 m in Richtung Stern entlang folgt man rechts den Hinweistafeln. Zur Ruheoase gelangt man über ein kleines Weglein das von der Straße oberhalb des Residence Aria d’Bosch nach unten abzweigt.

LB

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Kontakt: Amt für Gewässernutzung