Die Südtiroler Quellen: ein unermesslicher Reichtum für unser Land

Südtiroler Quellfauna

Südtiroler Quellfauna
Umschlag der Publikation (Quelle: Landesagentur für Umwelt)

Wussten Sie, dass es in Südtirol rund 17.500 Quellen gibt? Jede einzelne von ihnen trägt zur Integrität, zur Vielfalt und nicht zuletzt auch zur Schönheit unseres Landes bei.

Die öffentliche Trinkwasserversorgung stützt sich auf 1.700 Quellen, die 60% des Trinkwasserbedarfes unseres Landes decken - eine stolze Menge von rund 30 Millionen Kubikmetern Wasser im Jahr. Laut Schätzung werden zusätzlich 4000 Quellen für die private Trinkwasserversorgung, zur Gartenbewässerung und zum Tränken von Vieh genutzt. Etwa 1.000 Quellen dienen der reinen Bewässerung. Darüber hinaus werden die Quellen auch für Beschneiungsanlagen, für die Fischzucht, für industrielle und andere Zwecke genutzt. Darunter fallen immer mehr moderne Anwendungen im Thermal- und Wellnessbereich, in der Aquakultur und in der Hydrotherapie.

In Südtirol gibt es auch 30 Quellen, die von der Landesregierung als Mineralquellen eingestuft worden sind. Quellen bilden somit einen unermesslichen Reichtum für unser Land.

Die Publikation des Landes „Südtiroler Quellfauna" ist daher umso beachtenswerter, da sie akribisch 63 bedeutende Quellen und speziell ihre Fauna unter die Lupe nimmt. Quellen werden nämlich von Vertretern aller wichtigsten Organismengruppen besiedelt. Darunter Bakterien, Pilze, Algen Moose als auch höhere Pflanzen und Tiere. Die Artenvielfalt wiederum ist ein Indiz für einen intakten Lebensraum und eventuelle Bedrohungen. Ein Team aus fünf Naturwissenschaftlern unterschiedlichster Ausbildung aus den beiden Landesabteilungen Wasser und Energie sowie aus der Umweltagentur hat hat eine Studie zum Thema konzipiert und durchgeführt. Drei Jahre lang hat die Sareco GmbH, Verona aus 40 gefassten und 23 natürlichen Quellen biologische Proben entnommen und die Fauna untersucht. Von den 23 natürlichen Quellen sind 14 als hydrologische Naturdenkmäler geschützt. Dreißig der untersuchten Quellen sind aufgrund ihrer chemisch-physikalischen Eigenschaften als Mineralquellen klassifiziert.

Das Ergebnis dieser Arbeit ist faszinierend: Insgesamt haben die Wissenschaftler in den 63 Quellen rund 19.000 Exemplare gefunden, welche 260 verschiedenen Lebewesen zuzuordnen sind. Zehn davon sind sogar neu für die Fauna in Italien, eine Art könnte sich sogar als ein wissenschaftlicher Neufund  entpuppen.

Die Publikation ist kostenlos online oder telefonisch zu bestellen. Das zuständige Amt ist das Biologische Labor der Landesagentur für Umwelt.

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Kontakt: Biologisches Labor